Kein schneller Beschluss zum Feuerwehrbaus

Bericht aus der Zeitung "Die Kitzinger" vom  MONTAG 2. MAI 2011

STADTRAT Die Mehrheit möchte erst bei den Haushaltsberatungen über einen Neubau in Laub entscheiden.

Prichsenstadt - "Das Loch ist ein Witz. Darin kann sich kein Feuerwehrmann neben dem Fahrzeug umziehen." Mit dieser Aussage quittierte Roland Braun in der Prichsenstädter Ratssitzung am Donnerstag eine Wortmeldung von Martin Ebert. Der nämlich sieht keinen zeitlichen Zwang zum Neubau eines Feuerwehrgerätehauses im Stadtteil Laub.

Jürgen Haubenreich, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Laub, hatte in einem Schreiben einen Neubau beantragt, um die bisherigen Gegebenheiten zu verbessern. Wie Bürgermeister Adolf Falkenstein sagte, sei das viel zu kleine Feuerwehrgerätehaus in Laub seit Jahren bei den Besichtigungen durch die Feuerwehr-Landkreisführung angemahnt worden.

Jürgen Haubenreich wies schriftlich auf die unzureichende Situation hin. Der Kommandant schlug für den Neubau einen Standort hinter dem Friedhof, nahe dem Baugebiet vor. Sollte es dort nicht machbar sein, sollte der bisherige Standort überlegt werden. Der Antrag der Verwaltung beinhaltete, dass die Stadt im Haushaltsplan 2012 den Betrag von 10 000 Euro an Planungskosten und dann 300 000 Euro für den Gerätehausbau im Jahr 2014 einstellt.

Noch nicht festlegen

Mehrere Ratsmitglieder wollten nicht schon jetzt einen Beschluss mit haushaltstechnischen Auswirkungen fassen. Martin Ebert versicherte in seiner Position als Kreisbrandmeister, "dass die Landkreisführung das Haus bestimmt nicht schließen lassen wird". Ebert fand, dass die Situation in mehreren anderen Stadtteilen ähnlich aussehe und die Sache deshalb gut überlegt sein solle. Da die mittelfristige Finanzplanung bis ins Jahr 2014 reiche und darin bislang keine derartigen Projekte vorgesehen sind, schlug Ebert vor, einen Neubau für Laub nicht vor 2015 ins Auge zu fassen. Dagegen wollte Roland Braun das Vorhaben nicht auf die lange Bank geschoben sehen. Die große Mehrheit von 14:1 Stimmen  sprach sich dafür aus, den Antrag im Rahmen der Haushaltsberatungen für das kommende Jahr zu beraten.

Ein weiterer Antrag aus dem Bereich Feuerwehrwesen rief unterschiedliche Reaktionen am Ratstisch hervor. Rainer Knaub, 2. Vorsitzender der FFw Laub, hatte beantragt, dass die Stadt T-Shirts für die Feuerwehrjugend bezuschussen solle. Vor allem Martin Ebert und Harald Rückert sahen keinen Anlass, dass die Stadt solche Freizeitkleidung bezahlt. Die Feuerwehrvereine würden alljährlich Einnahmen aus Veranstaltungen und Festen erzielen und könnten mit diesen Mitteln Dinge wie Kleidung finanzieren. Derweil wies Roland Braun darauf hin, dass Feuerwehren heutzutage Nachwuchsprobleme hätten. Deswegen sollte die Stadt nach Brauns Meinung nicht auf relativ geringe Summen schauen.

Letztlich hielt der Stadtrat an seiner bisherigen Linie fest, Einsatzkleidung und Stiefel zu bezahlen, nicht aber Freizeitkleidung.

Werbung mit Wurfzetteln
Im weiteren Sitzungsverlauf äußerte Jürgen Haubenreich den Wunsch, die Stadt solle mit Wurfzetteln oder Flyern Werbung für die Freiwilligen Feuerwehren machen. Dadurch solle die Bevölkerung mehr dazu angeregt werden, sich in Feuerwehren zu engagieren. Der Wunsch fiel am Ratstisch auf fruchtbaren Boden, die Verwaltung wird in Haubenreichs Sinne tätig werden.